Gelesen: „Brotopia“ von Emily Chang

Worum geht es?

Brotopia von Emily Chang beschreibt die Welt des Silicon Valley. Gezeigt wird eine männliche Kultur, die Frauen systematisch diskriminiert und außen vor hält. Das Buch klagt jedoch nicht nur an, sondern beschreibt die Zustände, lässt Protagonist*innen zu Wort kommen und zeigt auf, was getan werden kann und muss.

Was habe ich gelernt?

Zum einen sind mir einige Zusammenhänge klar geworden, warum das Internet und die großen Plattformen von heute wie Facebook, Twitter, eBay so sind wie sie heute sind.

Ich wusste nicht, wer Lena Söderberg ist… Interessant, was aus dem beliebigen einer Frau, die einmal im Playboy erschienen ist, gemacht werden kann.

Mir ist auch klar geworden, welche Absichten in den meisten Fällen dahinter stehen und wie die Entscheider ticken und warum, und auch woher einige Stereotypen kommen (Stichwort Meritocratie). Am treffensten fasst dies Steward Butterfield zusammen, der sich seines weißen, männlichen Privilegs , das ihn überhaupt erst zum Slack CEO gemacht hatte, durchaus bewusst ist. So sagt er über sein einflussreiches Netzwerk: „All of them are men. It’s not a conspiracy, but it’s also not a coincidence“.

Was hat mich beeindruckt?

Tatsächlich haben mich mehr Dinge bestürzt als positiv beeindruckt.

Zum Beispiel hatte ich vorher nur ansatzweise von Gamergate gehört, einer Hetzjagt auf Frauen in der Gaming-Branche, was auf wirklich bestürzende Weise die Macht dieses Systems zeigt.R

Auch das Thema Sexpartys und Polyamorie (oder eher: offene Beziehungen) im Silicon Valley ist etwas, das ich normalerweise unter „Leben und Leben lassen“ abtun würde. Im Kontext von Silicon Valley jedoch, wo Sex und Macht wie wohl nirgendwo anders zusammen gehören, sind die Auswirkungen verheerend.

Beeindruckend ist trotzdem, wie viele gute und clevere Frauen es denoch an entscheidende Positionen geschafft haben und damit nachhaltigen Einfluss gehabt haben – beispielsweise Sheryl Sandberg, Marissa Mayer oder Susan Wojcicki.

Die spannendere Frage, die das Buch ebenfalls stellt, aber bleibt eine Utopie: Wieviel weniger toxisch und diskriminierend wären führende Plattformen wie Twitter oder Facebook heute, oder anders gesagt: Wieviel schöner wäre diese Welt, wenn gleich zu Beginn mehr Frauen involviert gewesen wären?

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