Hilfe, was soll ich nur anziehen?! Nerven schonen mit dem Kleiderschrank-Projekt

Mein Kleiderschrankprojekt ist ein Projekt, was ich schon seit Ewigkeiten vor mir herschiebe. Ich träume schon seit langem von einem tollen, sortierten Kleiderschrank, damit ich mir endlich keine Gedanken mehr darum machen muss, was ich anziehe. Es gibt Frauen, die interessieren sich für Mode, haben Spaß am Shoppen und daran, ihre eleganten oder hippen Kleidungsstücke immer wieder toll zu kombinieren. Und dann gibt es Frauen wie mich. Wenn ich meinen Kleidungsstil beschreiben müsste, dann würde ich sagen: ich bin gerne „passend“ angezogen. Und ich habe gerne so wenig Dinge wie möglich – Nachhaltigkeit und so… Das ist meine pragmatische Herangehensweise an das Thema Mode.

Nun gibt es Menschen wie Steve Jobs, der immer einen schwarzen Rollkragenpulli trug,  oder Mark Zuckerberg, der drölf Varianten desselben grauen T-Shirts besitzt, aber das ist nun auch wieder nicht meins. Als ich vor einiger Zeit auf Themen wie Capsule Wardrobe, Aufräumprojekte wie bei Marie Kondo & Co. gestoßen bin, dachte ich mir: das ist die Lösung. Das perfekte Buch für mich dazu fand ich in „Das Kleiderschrank-Projekt“ von Anuschka Rees(Affiliate-Link). (Bild: Maria Kunz)

Buch Anuschka Rees - Das Kleiderschrank-Projekt

Das „Warum“ verstehen – und Fehlkäufe vermeiden

Das Buch fängt mit Kleiderschrank-Detox (aka Ausmisten) an. Aber da ich eh sehr regelmäßig aussortiere, geht es bei mir nicht notwendigerweise darum, weniger Kleidungsstücke zu haben, sondern darum, nur noch die passenden Kleidungsstücke zu besitzen.

Mir geht es also in erster Linie darum zu verstehen, warum manche Kleidungsstücke „passender“ sind als andere, warum ich mache Stücke gerne trage und manche nicht, und wie ich neue Kleidungsstücke auswähle und Fehlkäufe vermeide.

Aussortieren mit Herz

Falls Ihr nicht wisst, wohin mit euren aussortierten Klamotten: mein Herz schlägt für das Projekt „Platz schaffen mit Herz“ (Disclaimer: ich habe das Marketing-Konzept dafür im Studium mit erarbeitet und bin heute noch stolz wie Bolle darauf, dass es von OTTO umgesetzt wurde). Was es von anderen Kleiderspenden unterscheidet? Es ist super einfach (Paketschein ausdrucken, Päckchen losschicken), absolut transparent, und der Erlös fließt zu 100% in soziale Projekte, die man selbst mitbestimmen kann.

Anforderungen an Kleidung überdenken

Wie bei jedem Projekt sollten die Anforderungen sauber definiert werden. In meinem Fall: Was brauche ich überhaupt an Kleidung? Wieviel brauche ich fürs Büro? Wieviel für Sport, Freizeit, Veranstaltungen? Welche Klamotten trage ich gerne und warum?

  • Ich brauche am meisten Büro-kompatible Outfits, in denen ich auch nach dem Büro noch bei Meetups oder Veranstaltungen präsentabel bin
  • Schuhe dürfen nicht zu casual sein, sollen aber bequem und flach sein. Ein Spiegel-Artikel hat mich neulich wachgerüttelt und führte dazu, dass ich endlich sämtliche High Heels entsorgt habe
  • Ich empfinde Bügeln als Verschwendung von Lebenszeit. Kleidung muss also pflegeleicht und möglichst knitterfrei sein
  • Meine Haut ist empfindlich und verträgt am besten natürliche Stoffe, in denen ich nicht schwitze
  • Ich mag es eh nicht zu schwitzen oder zu frieren, deswegen ist Lagen-Look gut
  • Ich mag mittlerweile lieber Umhänge- als Henkeltaschen, und sie sollten ausreichend groß sein
  • Da meine Partnerin im Künstlerbereich tätig ist, daher gehe ich öfter in die Oper

Tipp: Solche eine Liste im Smartphone gespeichert hilft euch in Zukunft bestimmt schon im Vorfeld, etwaige Fehlkäufe zu vermeiden…

Mein individuelles Farbkonzept

Als Teil der Anforderungen gilt es nun zu definieren, welche Farben sich für meine Garderobe gut kombinieren lassen. Diese Erstellung eines individuellen Farbkonzeptes finde ich spannend!

Ich hatte vor Jahren eine sehr gute Farbberatung und habe mittlerweile ein ganz gutes Auge dafür entwickelt, welche Farbe mir steht und welche nicht. Als Frühlingstyp stehen mir vor allem warme (gelbstichige), helle und klare Farben. Gerade für Business-Garderobe ist das nicht immer einfach.

Anuschka Rees löst sich bewusst von der Jahreszeiten-Farbtypen-Theorie. Sie empfiehlt insgesamt 9 Farben und unterscheidet nach Hauptfarben (sozusagen meine Lieblingsfarben), Akzentfarben (für mehr Abwechslung und Akzente, z.B. für Accessoires) und neutralen Farben (um die anderen Farben zu stützen bzw. auszubalancieren).

Es hat ein bisschen gedauert, bis ich meine Farben so zusammen gestellt hatte, dass ich zufrieden war. Ein wichtiger Punkt war für mich zu verstehen: nur weil eine Farbe nicht im Farbkonzept vorkommt, heißt das nicht, dass ich sie nie wieder tragen kann. Das Farbkonzept ist vielmehr eine Richtlinie, die mir hilft, passende Kleidungsstücke zu finden und Fehlkäufe zu vermeiden. (Bild: Maria Kunz)

farbkonzept_mariakunz

Persönlich finde ich die Farbtypen-Theorie eine gute Ergänzung zu Anuschka Rees, da sie mir hilft, innerhalb meines Farbkonzepts den passenden Farbton auszuwählen.

Kleiderrezepte erstellen

Super fand ich die Methode des Buchs, mir sozusagen Kleiderrezepte zu erstellen. Dazu habe ich mich 2 Wochen lang jeden Tag fotografiert um zu schauen, was ich denn so trage. (Bilder: Maria Kunz)

Das war sehr aufschlussreich für mich! Herausgekommen sind dabei folgende Rezepte:

  • Enge Jeans, Bluse, Strickjacke, flache Schuhe
  • Enge Jeans, Pulli, Tuch, Stiefel
  • Enge Jeans, Shirt, Tuch, Blazer, flache Schuhe

Und wie wird daraus nun der passende Kleiderschrank?!

Der nächste Schritt: die Analyse dessen, was noch fehlt. Also: Welche Kleidungsstücke brauche ich noch? Das ist tatsächlich was, was ich mal irgendwann in Ruhe machen muss, bevor ich meine vagen Ideen in Kleidungsstücke verwandeln kann.

Schon vor dem Farbkonzept-Erstellen soll ich Unterschied zwischen den sogenannten Key-Pieces, Statement-Pieces und Basics lernen. Ich bin nicht gänzlich überzeugt, aber was ich verstanden habe: Key-Pieces sind, wie der Name schon sagt, die Herzstücke meiner Garderobe: Jacken, Mäntel, Stoffhosen, Schuhe, Taschen, unterschiedliche Oberteile. Weder super schick noch super lässig sollen sie sein und lange halten. Wenn überhaupt sollte ich meine Priorität (gerade bei Zeit und Finanzen) darauf legen, denn obwohl ich da generell ganz gut ausgestattet bin, fehlt mir da noch das ein oder andere Teil (z.B. schicke schwarze Schuhe, nachdem ich etwas vorschnell alle High Heels entsorgt hatte…).

Dann gibt es noch die Statement-Pieces, die für modische Abwechslung sorgen, wie z.B. auffällige Schuhe, Accessoires Kleidungsstücke in grelleren Farben oder besonderen Details oder Mustern. Ich denke da besitze ich nicht allzu viel. Und die Basics, also die Kleidungsstücke, die auffällige Kleidungsstücke ausgleichen. Ich besitze keine auffälligen Kleidungsstücke, also hab ich auch genügend Basics. Hmm, vielleicht sollte ich doch nochmal Aussortieren…

3 Fragen, die beim Einkaufen helfen

Was mir jetzt schon hilft, sind die folgenden Fragen, bevor es ein Teil auf meine Kleiderkreisel-Shopping-Liste schafft:

  1. Ist dies ein Kleidungsstück für einen bestimmten Anlass oder Aktivität, was mir momentan in meinem Schrank fehlt?
  2. Hat dieses Kleidungsstück eine Farbe aus meinem Farbkonzept, das mir momentan in meinem Schrank fehlt?
  3. Ist dies ein Kleidungsstück, das  mir bei der Umsetzung meiner Kleiderrezepte noch fehlt?

Was ich mir eh sage: Es sind nur Klamotten. Es eilt nicht, denn ich habe durchaus schon jetzt mehr als genügend tageslichttaugliche Klamotten.

Und wie auch bei allen anderen Konsumausgaben halte ich es so: erst auf eine Wunschliste setzen und mindestens eine Nacht drüber schlafen, und: wenn möglich gebraucht kaufen.

Für mich war dies ein sehr interessantes Projekt. Ich hoffe dass ich in Zukunft deutlich weniger Zeit mit der Frage verbringen „Was soll ich nur anziehen?!“.

Header-Foto: Priscilla Du Preez bei unsplash.com

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