Was nix kostet, ist nix wert? Pustekuchen! Geheimtipp Bildungsurlaub.

Fragt Ihr euch auch manchmal, warum Ihr für manche Dinge so lange brauche um sie zu entdecken? Mir ging es so beim Thema Bildungsurlaub.

Bildungsurlaub – was ist das denn?

Kurz gesagt, Bildungsurlaub ist der gesetzlich verbriefte Anspruch auf Weiterbildung für Arbeitnehmer:innen während der Arbeitszeit. Da Bildung ja bekanntlich Ländersache ist, gilt der Bildungsurlaub in allen Bundesländern, außer in Bayern und Sachsen – dort fehlt nämlich ein entsprechendes Landesgesetz.

Für Vollzeit-Arbeitnehmer:innen bedeutet das die Freiheit, 5 Tage lang anerkannte Seminare während der Arbeitszeit zu besuchen. Jedes Jahr wird dieser Anspruch sozusagen wieder aufgefüllt.

Was für Seminare kann man besuchen?

Das Angebot ist sehr weitreichend und muss auch nicht zwingend etwas mit eurem Hauptjob zu tun haben. Persönlichkeitsentwicklung, so wie Ihr wollt! Bogenschießen oder Nähen? Einfach mal ausprobieren, wenn es euch Spaß macht oder weiterbringt!

Es finden sich in der Datenbank auf Bildungsurlaub.de Angebote aus vielen Bereichen wie z. B. Gesellschaft und Politik, Ökologie und Umwelt, Technik/Software, Marketing, Social Media, Softskills, Psychologie, Team und Führung, Gesundheit, Kreativtechniken, Sprachen und sogar Sprachreisen. Die einzige Voraussetzung für euch ist, dass euer Wunsch-Seminar in dem Bundesland, in dem Ihr arbeitet, für Bildungsurlaub anerkannt ist – das ist wirklich wichtig!

Wieviel kostet einen das selbst?

Euer Arbeitgeber schenkt euch die Urlaubstage, bezahlen müsst Ihr eure Fortbildung allerdings selbst. Wenn  Ihr darauf achtet, dass Ihr ein Seminar wählt ohne großartige Übernachtungs- und Reisekosten, kommt Ihr relativ günstig dabei weg.

Ich habe mich beispielsweise für ein 5-Tage-Seminar in Köln entschieden, sodass ich mit den Öffis dort hin komme und keine weiteren Kosten habe. Mein Seminar kostet ca. 350 Euro – für 5 Tage wirklich günstig. Ich hatte mich ursprünglich für ein Führungsseminar interessiert, auch da lagen die Kosten teilweise unter tausend Euro.

Teurer geht natürlich immer – gerade für anerkannte Zertifizierung könnt Ihr auch gern mal mehrere tausend Euro hinblättern. Aber zumindest Urlaubstage opfern müsst Ihr dafür nicht. Es lohnt sich jedenfalls, nach eurem Bundesland zu filtern und euch dann die Angebote genau anzuschauen.

Der perfekte Kurs ist gefunden – und nun?

Alle Formalitäten finden sich auf der Webseite. Wenn der Kurs für euer Bundesland freigegeben ist, kann es losgehen.

Ich habe mich dann direkt angemeldet, damit der Platz nicht weg ist, mit dem Hinweis, dass ich Bildungsurlaub eingereicht habe und der noch nicht freigeben ist.

Es gibt einen Vordruck für Arbeitgeber, wo Ihr die Kurs-Infos eintragt. Bei mir ging die Genehmigung sehr fix. Hab kurz mit meinem Chef gesprochen und dann das Formular an HR geschickt. Die mündliche Zusage hatte ich am selben Tag, am nächsten Tag die schriftliche.

Warum ist Bildungsurlaub so ein Geheimtipp?

Um ehrlich zu sein, ich habe keine Ahnung, warum diese Art der Weiterbildung nicht bekannter ist! Auch in meinem Umfeld scheint das bisher niemand wahrgenommen zu haben.

Vielleicht liegt es daran, dass Arbeitgeber mit der Möglichkeit auf Weiterbildung nicht wirklich hausieren gehen. Ich selbst habe davon erfahren, als ich nach einer Möglichkeit zur Weiterbildung suchte, da mir mein Arbeitgeber kein entsprechendes Seminar genehmigte, und einfach mal rumgefragt habe. Da gab mir jemand den Tipp mit dem Bildungsurlaub.

Und schwupp, auf www.bildungsurlaub.de gegangen, Seminar gefunden, meinen Platz im Seminar reserviert – und am nächsten Tag hatte ich auch schon die Bescheinigung meines Arbeitgebers, sodass ich mich verbindlich anmelden konnte.

Ein super Weiterbildungs-Angebot – für die nächsten Jahre werde ich das sicherlich auch wieder in Anspruch nehmen.

Und was sind eure Erfahrungen?

 

Bild: Unsplash @Tim Mossholder

2 Gedanken zu “Was nix kostet, ist nix wert? Pustekuchen! Geheimtipp Bildungsurlaub.

  1. Hallo Maria, vielen Dank für diesen inspirierenden Artikel! Ich kannte das Konzept schon, bin aber durch Deinen Blogbeitrag nochmal zum Nachdenken angeregt worden und habe mir jetzt ein Seminar rausgesucht. Ich bin mir noch nicht sicher, wie der Chef das aufnehmen, bzw. ob er es freigeben wird, da das Thema nichts mit meinem Beruf zu tun hat (und das sollte es zumindest mittelbar, laut Regelwerk) … wenn nicht, mache ich den Kurs halt mit normalem Urlaub. Dadurch, dass der Kurs als Bildungsurlaub gefördert ist, ist er nämlich wirklich günstig und bringt mich sicherlich persönlich weiter.

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    1. Liebe Rieke, vielen Dank für dein Lob! Ich drücke die Daumen für dein Seminar. Danke auch für den Hinweis, dass der Bildungsurlaub in NRW zumindest mittelbar etwas mit dem Beruf zu tun haben soll. Ich habe nochmal nachgelesen, der Passus lautet: „In den Gesetzen der meisten Länder ist die Wahlfreiheit bei der Seminarwahl explizit festgeschrieben. Das NRW-Bildungsurlaubsgesetz macht hier eine Ausnahme: das Thema „ist nicht auf die bisher ausgeübte Tätigkeit beschränkt. Bildungsinhalte, die sich nicht unmittelbar auf eine ausgeübte berufliche Tätigkeit beziehen, sind eingeschlossen, wenn sie in der beruflichen Tätigkeit zumindest zu einem mittelbar wirkenden Vorteil des Arbeitgebers verwendet werden können.“

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